Physik I, WS 1993/94
Lösungen zur Übung Nr. 6
Besprechung: 9. Dezember 1993
Aufgabe 1: (4 Punkte)
Wir bezeichnen mit
und
die Unterteilung der Stange, sodaß
also
ist. Das Drehmoment eines infinitesimalen
Massenelements
, mit Querschnit
und Dichte
, ist
also

Daraus folgt, zusammen mit den beiden Massen
und
:
Im Gleichgewicht muß
sein, daher
Elimination von
ergibt:
oder
Einsetzen der Masse
der Stange ergibt das Endergebnis
Entsprechend folgt aus Symmetriegründen:
Zahlenwerte:
Aufgabe 2: (6 Punkte)
a) Der Drehimpuls vor dem Aufprall ist
, der Drehimpuls nach
dem Aufprall
, wobei wir
das Trägheitsmoment
einer homogenen Stange aus
der Vorlesung übernommen haben. Drehimpulserhaltung ergibt:
Zahlenwerte:
.
b) Falls die Achse nicht durch den Mittelpunkt verläuft, gilt nach dem
Steinerschen Satz für den Drehimpuls nach dem Stoß:

Gleichsetzen der Drehimpulse vor und nach dem Stoß führt jetzt auf:
Die Extremalbedingung
ergibt nach einiger Rechnung:
Einsetzen der Zahlenwerte ergibt
. Der
Wert liegt also nur unwesentlich von der Stangenmitte entfernt.
Die Winkelgeschwindigkeit im Maximum ist
.
Aufgabe 3: (6 Punkte)
Wir zerlegen den Kreiskegel in Scheiben der Dicke
und Radius
. Die Masse einer Kreisscheibe ist
. Die Masse
des gesamten Kreiskegels ist
.

a) Aus Symmetriegründen liegen die
- und
- Koordinaten des
Schwerpunktes bei
und
. Für die
- Koordinate
folgt nach Definition:
Ausgedrückt mit der Gesamtmasse folgt:
b) Das Trägheitsmoment einer Kreisscheibe ist nach Vorlesung
Integration von 0 bis
ergibt
Aufgabe 4: (Bonusaufgabe) (10 Punkte)
a) Bei der
- Achse als Rotationsachse ist
und damit
ist hierbei die Dicke der Platte.
Das gleiche Ergebnis erhält man auch leicht mit Hilfe des Steinerschen
Satzes. Wir unterteilen das Dreieck in infinitesimale dünne Stangen:

Eine Stange hat die Masse
und
Länge
. Das Trägheitsmoment einer dünnen Stange der
Länge
, deren Rotationsachse den Abstand
vom Schwerpunkt der
Stange hat, ist nach Vorlesung
.
Daher
Dieses ist offensichtlich dasselbe Ergebnis wie oben. Dieses Integral wird
gelöst durch (mit
)
b) Bei Rotation um die
- Achse gilt entsprechend:

Mit
folgt:
Bei Rotation um die
- Achse:

Hier ist aber jetzt
und
. Daher
Damit haben wir die Beziehung
verifiziert.
c) Bei der allgemeinen Beweisführung kommt man natürlich an den
dreidimensionalen Integralen nicht vorbei. Es ist
Das Trägheitsmoment
läßt sich schreiben als
oder
Nach Vorraussetzung ist aber
klein gegenüber
und
, daher
kann der Term mit
vernachlässigt werden. Wir erhalten also
Analog:
Dann ist aber
Aufgabe 5: (4 Punkte)
Zu Beginn sei der Drehimpuls des Kreisels
in Richtung der
- Achse. Bei Drehung der Kreiselachse um den Winkel
wird
die
- Komponente verkleinert zu
. Die Differenz
wird auf den Stuhl übertragen. Die anderen
Komponenten des Drehimpulses werden von den Stuhlhalterungen und der
Physikerin abgefangen. Die kinetische Energie des Kreisels bleibt bei der
Drehung der Kreiselachse erhalten. Die Änderung der kinetischen Energie
wird allein durch die Drehung des Stuhls verursacht:
Die Winkelgeschwindigkeit des Stuhls ergibt sich zu
Einsetzen der Zahlenwerte führt auf die folgende Tabelle:
![$\alpha \; [Grad]$](img92.gif) |
![$\Delta E \; [J]$](img93.gif) |
![$\omega \; [s^{-1}]$](img94.gif) |
| |
|
|
| 45 |
0.00057 |
0.020 |
| 90 |
0.0067 |
0.067 |
| 135 |
0.019 |
0.11 |
| 180 |
0.027 |
0.13 |
Harm Fesefeldt
2007-08-06